Corona Krise Hello Fresh

Der deutsche Essenslieferdienst für Kochboxen HelloFresh kann die Einschränkungen der Corona-Pandemie für sich nutzen und kann in der Krise sogar expandieren. Der Umsatz des Unternehmens wuchs im ersten Quartal des Jahres 2020 um insgesamt 66% auf eine enorme Summe von 699 Millionen Euro an. Da aufgrund der Corona-Krise Restaurants schließen mussten, profitiert HelloFresh dadurch. Ab Mitte März gab es teilweise einen so starken Andrang, dass neue Registrierungen nicht mehr angenommen werden konnten. Innerhalb des letzten halben Jahres konnte HelloFresh 1,2 Millionen neue aktive Kunden dazu gewinnen. Der Gründer und CEO Dominik Richter ist der Auffassung, dass dieser positive Trend langfristig anhalten wird. Durch so eine neue Situation verändern Kunden ihr Konsumverhalten. Gewöhnen Sie sich an den Service von HelloFresh, werden die Kunden auch in Zukunft die Kochboxen bestellen. Aufgrund der bisherigen Entwicklungen erhöht das Unternehmen die Prognose für das Gesamtjahr auf 40 bis 55 Prozent. Zuvor hatte die Prognose lediglich bei 22 bis 27 Prozent gelegen. Trotz der derzeitigen, eher kritischen Situation aufgrund der schnellen Verbreitung von Covid-19, gibt es Profiteure dieser Krise. In jedem Fall gehört HelloFresh zu den Gewinnern der Corona-Krise.

Was HelloFresh auszeichnet

HelloFresh ist weltweit der größte Lieferdienst für Lebensmittel nach Rezept. Das Besondere daran ist, dass Kochboxen versendet werden, die passende Lebensmittel enthalten, um ein bestimmtes Rezept nachzukochen. Auch HelloFresh bedient sich dem mittlerweile sehr beliebten Abo-Modell wie es beispielsweise auch in anderen Branchen für Streaming oder Musik verwendet wird. Die Kunden erhalten einmal wöchentlich eine aktuelle Lieferung, die sie bis eine Woche vor Liefertermin mit den gewünschten Gerichten zusammenstellen können. Dabei besteht Auswahl zwischen den folgenden drei Varianten: eine Classic Box, eine Veggie Box mit vegetarischen Rezepten und einer Obst Box. Jede Kochbox enthält eine bestimmte Anzahl von fertig portionierten Mahlzeiten. Der Kunde hat zum Einen den Vorteil, dass er selbst die Zeit für das Einkaufen spart. Zum Anderen muss er nur noch aus einer Auswahl an Rezept wählen, was genau gekocht werden soll. Hinzu kommt ein weiterer positiver Effekt: Da die Portionen bereits vorgegeben sind, werden so insgesamt weniger Lebensmittel weggeschmissen.

Kochbox-Innovation aus Deutschland

HelloFresh ist ein deutsches Unternehmen, das im Jahr 2011 gegründet wurde. Der Sitz befindet sich in der Hauptstadt Berlin. Zu den Gründern gehören Dominik Richter, Jessica Nilsson und Thomas Griesel. Zudem bestehen Beteiligungen von Rocket Internet sowie der Vorwerk-Gruppe an dem Start-Up Unternehmen. Durch weitere Kapitalerhöhungen in den Jahren 2014 und 2015 wurde der für 2015 geplante Börsengang auf das Jahr 2016 verschoben. Im Jahr 2017 gelang dann aber doch noch der Schritt auf den Kapitalmarkt. Seit dem 02. November 2017 ist die HelloFresh-Aktie an der Frankfurter Börse handelbar. Der Ausgabepreis für eine Aktie betrug 10,25€. Das Unternehmen wurde daher mit rund 1,7 Milliarden Euro bewertet. Mittlerweile liegt der Aktienkurs bei stolzen 38€. Der Wert hat sich somit seit dem Börsengang fast vervierfacht. Es bleibt also spannend, ob der Trend der Kochboxen langfristig Einzug in die Haushalte findet und der Wert des Unternehmens weiterhin so stark steigen kann.